Verändern sich die Immunzellen des Gehirns je nach Stadium der Alzheimer-Krankheit unterschiedlich?

Verändern sich die Immunzellen des Gehirns je nach Stadium der Alzheimer-Krankheit unterschiedlich?

Verändern sich die Immunzellen des Gehirns je nach Stadium der Alzheimer-Krankheit unterschiedlich?

Eine neue Forschung zeigt, wie sich die Immunzellen des Gehirns, die Mikrogliazellen genannt werden, während der verschiedenen Phasen der Alzheimer-Krankheit in ihrer Aktivität verändern. Diese Zellen, obwohl sie nur in geringer Anzahl vorhanden sind, spielen eine Schlüsselrolle bei der Progression der Krankheit. Wissenschaftler analysierten Proben der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit von über 800 Personen, von gesunden Individuen bis hin zu Patienten mit fortgeschrittener Demenz. Sie identifizierten 109 Proteine, die mit Mikrogliazellen in Verbindung stehen und deren Spiegel je nach Krankheitsstadium variieren.

Im frühen Stadium, noch vor dem Auftreten von Symptomen, deuten die nachgewiesenen Proteine auf eine Aktivierung des angeborenen Immunsystems und eine erhöhte Zellmobilität hin. Dies könnte eine initiale Reaktion des Gehirns widerspiegeln, um die abnormalen Ablagerungen, die mit der Krankheit verbunden sind, zu beseitigen. Einige dieser Proteine, wie APP, VEGFA und ADGRE5, scheinen spezifisch für diese stille Phase zu sein.

Im Gegensatz dazu zeigen die bei Demenzpatienten beobachteten Proteine eine komplexere Immunantwort. Mechanismen der adaptiven Immunität und entzündliche Signale werden ausgeprägter. Proteine wie CCL2 und CTSH, die mit Entzündungen und der Antigenpräsentation verbunden sind, dominieren dann. Diese Veränderungen könnten erklären, warum chronische Entzündungen die Hirnschäden mit der Zeit verschlimmern.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass bestimmte Proteine während der gesamten Krankheit gestört bleiben. Dies zeigt, dass Mikrogliazellen nicht einfach von einem Zustand in einen anderen übergehen, sondern dass sie fortschreitende Funktionsstörungen ansammeln. Eine vertiefte Analyse ermöglichte die Isolierung von 18 Proteinen, die in der Lage sind, das frühe, asymptomatische Stadium präzise von der fortgeschrittenen Demenz zu unterscheiden. Diese Marker könnten helfen, Tests zur Verfolgung des Krankheitsverlaufs und zur Bewertung der Wirksamkeit von Behandlungen zu entwickeln.

Das Alter, ein wichtiger Risikofaktor, beeinflusst diese proteinbezogenen Veränderungen kaum. Die meisten beobachteten Veränderungen sind daher direkt mit der Krankheit verbunden und nicht mit dem normalen Alterungsprozess. Darüber hinaus sind diese Modifikationen spezifisch für die Alzheimer-Krankheit und finden sich nicht in anderen Demenzformen wie der Lewy-Körperchen-Demenz oder der frontotemporalen Demenz.

Diese Studie ebnet den Weg für ein besseres Verständnis der Rolle der Mikrogliazellen bei der Alzheimer-Krankheit. Sie deutet auch darauf hin, dass die gezielte Behandlung dieser Immunzellen neue therapeutische Ansätze bieten könnte, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen oder zu verändern. Die identifizierten Proteine könnten als Biomarker dienen, um die Behandlungen entsprechend dem Stadium jedes Patienten anzupassen.


Attributions et sources

Origine de l’étude

DOI : https://doi.org/10.1038/s43587-026-01088-0

Titre : Microglia protein profiles in CSF across Alzheimer’s disease clinical stages

Revue : Nature Aging

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Elena-Raluca Blujdea; Pieter van Bokhoven; Pamela V. Martino-Adami; Victoria S. Marshe; Ellen M. Vromen; Yanaika S. Hok-A-Hin; Walter A. Boiten; David J. Irwin; Alice S. Chen-Plotkin; Afina W. Lemstra; Yolande Pijnenburg; Wiesje M. van der Flier; Oliver Peters; Julian Hellmann-Regen; Josef Priller; Anja Schneider; Jens Wiltfang; Frank Jessen; Emrah Düzel; Katharina Buerger; Robert Perneczky; Stefan Teipel; Christoph Laske; Frederic Brosseron; ; Lukas Preis; Daria Gref; Eike Jakob Spruth; Maria Gemenetzi; Klaus Fliessbach; Claudia Bartels; Ayda Rostamzadeh; Wenzel Glanz; Enise I. Incesoy; Daniel Janowitz; Michael Ewers; Boris-Stephan Rauchmann; Ingo Kilimann; Doreen Goerss; Sebastian Sodenkamp; Annika Spottke; Marie Kronmüller; Michael Wagner; Sandra Roeske; Marta del Campo; Ruud Wijdeven; Pieter-Jelle Visser; Betty M. Tijms; Philip L. De Jager; Alfredo Ramirez; Charlotte E. Teunissen; Lisa Vermunt

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