Kann der Verlust des Geruchssinns erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit aufdecken?

Kann der Verlust des Geruchssinns erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit aufdecken?

Eine einfache Biopsie der Nasenzellen könnte es ermöglichen, die allerersten Stadien der Alzheimer-Krankheit zu erkennen, lange bevor kognitive Symptome auftreten. Forscher haben Proben aus der Riechschleimhaut von Personen in verschiedenen Stadien der Krankheit analysiert, einschließlich gesunder Individuen, die jedoch biologische Marker aufweisen, die auf die Krankheit hinweisen. Ihre Arbeit zeigt, dass diese leicht zugängliche Region entzündliche und neuronale Veränderungen widerspiegelt, die für die Krankheit charakteristisch sind, und ebnet so den Weg für eine frühe und nicht-invasive Diagnose.

Die Riechschleimhaut, die sich im oberen Teil der Nase befindet, beherbergt sensorische Neuronen, die direkt mit dem Gehirn verbunden sind. Bei Menschen mit Alzheimer erkrankten Personen reichern sich in diesen Neuronen abnorme Proteine an, ähnlich denen, die in den betroffenen Gehirnregionen beobachtet werden. Mit Hilfe fortschrittlicher zellulärer Analysetechniken haben Wissenschaftler frühe Anzeichen von Entzündungen und neuronalem Stress in dieser Schleimhaut identifiziert, selbst bei Personen ohne offensichtliche kognitive Störungen, die jedoch biologische Marker der Krankheit tragen.

Die Studie umfasste drei Gruppen: gesunde Erwachsene, Personen mit kognitiven Symptomen der Krankheit und Erwachsene ohne Symptome, aber mit Anomalien in ihrer Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, ein Zeichen für ein präklinisches Stadium. Die Ergebnisse zeigen eine abnorme Aktivierung bestimmter Immunzellen, insbesondere der T-Lymphozyten, sowie eine Zunahme entzündlicher Programme in Mikrogliazellen. Diese Veränderungen, die bereits im präklinischen Stadium beobachtet werden, verstärken sich mit dem Fortschreiten der Krankheit.

Die für die Geruchswahrnehmung verantwortlichen Riechneuronen zeigen ebenfalls molekulare Veränderungen. Beispielsweise ist die Expression von Genen, die mit Entzündungen und oxidativem Stress verbunden sind, erhöht, während die Expression schützender Gene verringert ist. Diese Veränderungen deuten auf eine gestörte Kommunikation zwischen Neuronen und Immunzellen hin, ein Mechanismus, der zur neuronalen Degeneration beitragen könnte.

Die Analyse der Nasenproben ermöglicht es daher, den Verlauf der Krankheit zu verfolgen und potenzielle Ziele für Behandlungen zu identifizieren. Dieser Ansatz bietet eine praktische Möglichkeit, die frühen Mechanismen der Alzheimer-Krankheit zu untersuchen, die im lebenden Gehirn oft schwer zu beobachten sind. Er könnte auch die aktuellen Tests, wie Blutanalysen oder bildgebende Verfahren, ergänzen, um die Diagnose und Nachsorge der Patienten zu verfeinern.

Zusammenfassend verhält sich die Riechschleimhaut wie ein Fenster zum Gehirn und zeigt pathologische Prozesse auf, lange bevor Symptome auftreten. Diese Entdeckung könnte die Behandlung der Krankheit revolutionieren, indem sie frühere und gezieltere Eingriffe ermöglicht.


Attributions et sources

Origine de l’étude

DOI : https://doi.org/10.1038/s41467-026-70099-7

Titre : Olfactory cleft biopsy analysis of Alzheimer’s disease pathobiology across disease stages

Revue : Nature Communications

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Vincent M. D’Anniballe; Sarah Kim; John B. Finlay; Michael Wang; Tiffany Ko; Sheng Luo; Heather E. Whitson; Kim G. Johnson; Bradley J. Goldstein

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